Der Willi Cup 2006
oder: Die unerwartete Erfolgsgeschichte von Team B2
Sonntag, 05.02.2006, 09.30 Uhr
Seit Wochen steht fest dass heute der legendäre Willi Cup stattfinden soll.
Dementsprechend
groß war natürlich die Anspannung an heutigen Tag. Aber was soll's, halb zehn
den
Captain abholen hat er gesagt und dann auf zur Halle. Da der Mann ja ungern
wartet und
zuvor schon etliche Seitenhiebe in Richtung meiner Pünktlichkeit abgegeben hat,
bin ich also
kurz vor halb zehn da. Gerade als ich pflichtgemäß die SMS mit dem sinnigen Text
„Bin da“
schicken will geht die Tür auf und Captain Roland kommt mit dem Hund raus.
Erstmal Gassi
gehen. Bingo, na wenigstens war ich pünktlich und Zeit für ne Kippe scheint also
auch noch
drin zu sein.
Nach einigen Minuten geht’s dann auch los. Das übliche Philosophieren auf der
Fahrt natürlich
inklusive. Erster Stop: Tanke, Kippen holen. Ja wir sind richtige Sportler. Auf
dem Weg
dann mal eben die möglichen Teams diskutiert. Immerhin ist der Captain ja
Finalteilnehmer
von 2005 und alles andere wäre eine persönliche Enttäuschung. Also mal kurz
überlegt:
Mark und Wolf ein Team? Nee, da kommen zwei Systeme zusammen, die es nicht geben
darf. Roland und Tom? Nee, dann muss Roland ja arbeiten. Und so gingen wir in
der kurzen
Zeit mal ein paar Möglichkeiten durch. Wolf und Unterarm? Roland und Alex? Alles
keine
Optionen und eins war auch sofort klar: Ja nicht zusammen in ein Team. Das geht
ma gar
nicht.
Und dann loste Thorsten ... Mark und Marcus. Starkes Team. Geheimfavorit. Arno
und Harry.
Mmh .. so langsam kommen Zweifel an der Ehrlichkeit der Losung. Wolf und Roland
…
nein, da muss Beschiss bei sein. Sofort waren wir uns einig. Das geht ma gar
nicht. Vorbei
der schöne Plan vom tollen Turnier und der Captain stellt auch noch Ansprüche:
Also hör
mal, die Vorrunde überstehen is Pflicht sagt er und ich dachte: Ich weiß gar
nicht welche
Gruppe wir spielen? Das konnte nur harmonisch werden. Nach der Gruppenauslosung
fiel
uns allerdings ein kleiner Stein vom Herzen. Willi und Andi waren klar die
Favoriten aber die
anderen könnte man vielleicht schlagen, wenn man nur wüsste wie die beiden
Unbekannten
spielen. Naja, aber Hoffnung war da. Das erste Spiel der Gruppe A stand an und
wir schauten
gespannt. Ergebnis 5:2. Gut dachten wir, da sind schon mal viele Tore gefallen,
also wird
es bei uns nicht so schlimm. Unser erstes Match: Andi und Namenspatron Willi als
erste
Gegner. Wow, gleich die Favoriten. Eins war klar: wir holen hier in der Gruppe
maximal Platz
2. Und so sehr wir uns auch Mut machten, wir verloren ohne System mal glatt 7:5.
Naja, dabei
kamen wir nach 0:3 nochmal auf 3:3 und 5:5 ran, aber dann war auch Ende. Ein
wenig
deprimiert und völlig im Eimer gingen wir vom Platz. ABER der Captain hatte eine
Idee. Fortan
blieb der Wolf einfach mehr hinten und sichert das Tor und er selbst wird vorne
die Tore
machen. Einfach und genial. Das konnte nie im Leben klappen, aber was hatten wir
für ne
Wahl? Entspannt schauten wir uns die nächsten Spiele und unsere Gegner an. Je
mehr wir
sahen desto klarer wurden 2 Gedanken: Erstens: gut das wir in der B-Gruppe sind
und Zweitens:
Wir mussten einfach die nächsten beiden Spiele gewinnen.
Unser zweites Match begann
mit einem Novum. Die Taktik ging auf. Nach knapp 5 Sekunden stand es 1:0 für uns
und nach einigen Kämpfen und tollen Szenen auf beiden Seiten gewannen wir 10:4.
Meine
Güte war das schön. Da hätte das Turnier enden können. Sicherlich, wir konnten
nicht mehr
laufen, die Lunge hing auf dem Boden, an Rauchen war nicht zu denken und die
Füße taten
saumäßig weh, aber wir hatten die ersten Punkte.
Als wir unser nächstes Match auch noch
10:1 gewannen war klar: das Minimalziel war erreicht. Halbfinale bzw. Die
Vorrunde geschafft.
Und nun ging das Rechnen los. Wenn das Team Willi im letzten Spiel verliert und
auf
dem anderen Platz der Alex und Thorsten gewinnen, dann müssen wir nicht gegen
die antreten.
Wenn aber die Hübscher-Brothers doch gegen Frank und Björn gewinnen und Willi
auch
gewinnt, dann müssen wir doch gegen den Titelverteidiger. Wenn aber nun
Hübschers und
die Team Trainer unentschieden spielen dann sind die Verteidiger draußen und und
und.
Millionen von Daten schossen durch unsere Köpfe die einem voll
funktionstüchtigen PC
gleich kamen.
Und so fassten wir einen Entschluss: Wir schnappten uns Team Unterarm und
boten Ihnen die Welt an, wenn Sie einfach nur Team Willi schlagen. Wir wollten
Grillen, Feiern,
ja wir hätten Nutten und Bier kommen lassen, hauptsache die gewinnen, das
nämlich
hätte uns den Gruppensieg gebracht und damit die vermeintlich leichteren Gegner,
nämlich
den Platz 2 der Gruppe A. Ja und was machen die? Nix mit Bestechen und so. Die
wollten
einfach spielen. Schöner guter Plan dahin. Und so warteten wir in Ruhe draussen
(Rauchen
ging wieder) und hörten uns den Jubel der letzten Gruppenbegegnung der Gruppe B
an. Und
es kam wie es kommen musste. Team Unterarm gewann. Komischerweise hatten wir
auch
noch Glück. Völlig ungewohnte Lage. Aber Geil !!
Im Halbfinale standen wir dann also den Titelverteidigern gegenüber. Wir waren
uns schnell
mit Ihnen einig: Schnick-Schnack-Schnuck, 2x 6 Minuten. Wer als erstes viermal
gewonnen
hat zieht ins Finale ein. Roland packte ein wenig die Angst, da er grundsätzlich
gegen seine
Frau im Schnick-Schnack-Schnuck verliert, aber er war willens alles auf eine
Karte zu setzen
und bereit anzutreten. Und so kam der Anpfiff, Thorsten und Wolf setzten sich in
den Mittelkreis
und los gings. Schnick … Schnack … Schnuck. Schere schlägt Papier. 1:0 für Wolf
und
Roland. Schnick … Schnack … Schnuck. Schere fällt in Brunnen. 2:0. Schnick …
Schnack
… Schnuck. Stein schlägt Schere. 3:0 und Habzeit. Völlig erledigt, erschöpft und
von der
Anspannung geprügelt übergaben Wolf und Thorsten das Feld an Roland und Alex.
Würde
er dem Druck standhalten? Totenstille in der Arena. Schnick … Schnack … Schnuck.
Schere
schlägt Papier. Der Captain hatte es geschafft. 4:0. Das Team war weiter ...
Dachten wir alle.
Bis irgendeiner aus dem Publikum darauf bestand dass wir endlich anfangen
Fußball zu
spielen. Meine Güte, dachten wir, haben die nix mitbekommen. Doch alle
Diskussionen halfen
nichts. Wir mussten antreten. Vier lustlose, ausgepowerte Gestalten schickten
sich, ein
Halbfinale zu spielen. Und es war gar kein so schlechtes. Mit einem 2:1 Sieg
zogen wir dann
doch noch ins Finale und waren jetzt schon weiter als wir je gedacht hätten. Als
Finalteilnehmer
standen Willi und Andi bereits fest und somit gab es ein Wiedersehen mit den
ehemaligen
Favoriten der Gruppe B. Nun war die Möglichkeit der Revanche für die einzige
Niederlage,
die wir kassiert hatten. Nun waren wir sicher: das geht völlig in die Hose.
Jeder von
den beiden hatten mehr Luft als wir zusammen. Und die konnten auch noch
schiessen. Besonders
der Specht war ja nun in der Lage aus unmöglichen Situationen Tore zu schiessen
und dabei hat der nicht einmal seine Brille auf beim Spiel. Und so freundeten
wir uns damit
an, wenigstens ins Finale gekommen zu sein und dem Geburtstagskind einen schönen
Tag
beschert zu haben- Erst jedoch wollten wir uns in Ruhe das Spiel um Platz 3
anschauen. El
Coach und der Bulle namens Björn gegen die Titelverteidiger. Erstaunlicherweise
war es
nicht so spannend wie wir alle dachten. Der Coach und Björn gewannen doch recht
eindeutig
und sicherten sich einen guten dritten Platz. Meine Güte, hätten wir gerne das
Spiel gehabt.
Aber es sollte nicht zum Duell Trainer vs Captain kommen. Schade eigentlich,
denn irgendwie
hätte es mehr Brisanz gehabt. So hatten wir jedoch nicht zwei Kerle groß wie
Schränke
als Gegner sonders zwei Laufwunder mit den Lungen von Geparden.
Das Finale begann. Alle Fans gegen uns. Keiner glaubte an den Sieg. Die Stimmung
kochte
und der Gegner war Favorit. Ein saugeiles Gefühl. Wir konnten gar nicht
verlieren. Wir hatten
ja auch nichts zu verlieren. Die Partner des letzten Turniers, Roland und Willi,
standen 2005
noch gemeinsam im Finale. Nun standen sie sich gegenüber. Willi, Namenspatron,
siegeshungrig,
locker und ausgeglichen und nur auf Spaß aus. Roland, erschöpft, gebeutelt und
völlig im Arsch. Ein Duell der Giganten. Unsere bewährte Taktik mit Wolf hinten
und Roland
vorne hielten wir natürlich auch bei diesem Spiel bei, was das ganze zeitweise
sehr unattraktiv
machte, denn Willi und Andi spielten ebendieses System mit Andi hinten und Willi
vorne.
Trotzdem gelang es uns, dann irgendwann mal das 1:0 zu schiessen. Meine Güte
schossen
uns Gedanken durch denk Kopf … bis Willi ausglich. Aber auch da stand Einsatz
wieder auf
dem Programm und wir kämpften uns zum 2:1. Der Cup war zum Greifen nahe … bis
Willi
ausglich. Nach 12 Minuten ging es doch tatsächlich in die Verlängerung, wobei
Willi und Andi
die Einzigen waren die noch irgendwie gingen, Roland und Wolf krochen mehr.
Trotzdem
gab es noch Chancen auf beiden Seiten und im Rahmen der Möglichkeiten war es
eigentlich
ein gutes und spannendes Spiel. Und dann schoss Roland das 3:2. Von irgendwoher
drangen
die Stimmen: noch 15 Sekunden. Wir hatten den Ball. Jetzt bloß keinen Fehler
machen.
Pass auf Wolf und was tut Wolf wenn er führt und noch 10 Sekunden effektive
Spielzeit existieren?
Natürlich. Fester Schuss aus der zweiten Reihe. Und so streifte der Ball die
Latte des
gegnerischen Tores und als Andi nach dem Ballholen den Platz betrat war Ende.
Der Cup
war gewonnen und glaubt es oder nicht: In dem Moment haben Roland und Wolf wohl
zum
ersten Mal seit sie bei den Südpoolkickern spielen das gleiche gedacht: Scheisse
geil, wir
haben es geschafft. Das war echte Freude pur.
Nun steht 2007 an und das wirklich Beste an der ganzen Geschichte: Wir brauchen
uns keine
Gedanken um die Auslosung machen. Endlich sind wir auch einmal Titelverteidiger
und wir hatten wirklich nicht dran geglaubt. Danke an alle für nen saugeilen
Cup.
Wir danken dem Autor Sven Eric Leichner aka Wolf für diesen Bericht !!!